Bogenschießen und Reiten
Abenteuer Pur: Der Fortgeschrittenenkurs
Du hast die Grundlagen in der Indianerwoche gelernt – jetzt ist es Zeit, deine Fähigkeiten auf das nächste Level zu bringen! Dieser Kurs richtet sich exklusiv an ehemalige Teilnehmer der Indianerwoche, die tiefer in die Kunst des berittenen Bogenschießens und des dynamischen Reitens eintauchen möchten.
Die Highlights des Kurses
- Meisterschaft am Bogen: Wir lassen die Zielscheibe hinter uns und konzentrieren uns auf die Dynamik. Du lernst das Handling von 3 Pfeilen gleichzeitig und trainierst das schnelle Nachladen aus der Bewegung. Fokus, Rhythmus und Intuition sind hier gefragt!
- Action auf der Rennbahn: Wir verlassen den Reitplatz. Auf unserer Rennbahn hast du die Möglichkeit, die Freiheit im Sattel neu zu erleben. Je nach sicherem Können reiten wir in allen drei Gangarten (Schritt, Trab, Galopp) oder vertiefen die Technik im geführten Modus.
- Eins werden mit dem Pferd: Verfeinere deine Hilfengebung, damit du die Hände frei hast für den Bogen, während dein Pferd zuverlässig die Spur hält.
Voraussetzungen
Dieses Angebot ist ein Special für Fortgeschrittene. Du solltest bereits an einer Indianerwoche teilgenommen haben und die Grundkenntnisse im Umgang mit Pfeil, Bogen und Pferd mitbringen.
Kursinhalte
Bodenarbeit: Die Basis für sicheres Reiten
Wir beschäftigen uns auch mit der Bodenarbeit, um uns mit eindeutigen Signalen mit den Pferden zu verständigen. Auch hier wiederholen und vertiefen wir die Grundkenntnisse des Umgangs mit den Pferden. Beim Putzen und Führen lernen die Reitschüler die Körpersignale der Pferde zu deuten und darauf angemessen zu reagieren.
Sitzschulung
Kursinhalt ist Sitzschulung im Schritt, Trab und Galopp ohne Sattel für sicheres und erfolgreiches Reiten. Dieser zügelunabhängige Sitz ist die Voraussetzung für feine Zügelhilfen und Grundlage für das freihändige Reiten das wir beim Bogenschießen brauchen werden.
Bogenschießen
Es gibt gute Gründe, warum Reiter den Schritt vom gemütlichen Schießen im Stand hin zum dynamischen Bogenschießen in allen Gangarten wagen. Es geht dabei um weit mehr als nur „Action“ – es ist eine der anspruchsvollsten Formen der Reitkunst.
Hier sind die zentralen Argumente, warum das Training auf der Rennbahn und in hohem Tempo so wertvoll ist:
1. Die ultimative Prüfung der Reiterlichen Unabhängigkeit
Wer im Galopp freihändig schießt, kann nicht schummeln.
Zügelunabhängigkeit: Man lernt, das Pferd ausschließlich über Gewicht und Schenkel zu dirigieren.
Balance & Core-Stabilität: Um die Bewegung des Pferdes auszugleichen und gleichzeitig ein ruhiges Zielbild zu haben, muss die Tiefenmuskulatur perfekt arbeiten.
Unter Core-Stabilität (oder Rumpfstabilität) versteht man die Fähigkeit des Körpers, die Wirbelsäule und das Becken während Bewegungen stabil zu halten. Es geht dabei weniger um einen sichtbaren "Sixpack", sondern vielmehr um das Zusammenspiel tiefliegender Muskeln, die wie ein natürliches Korsett wirken. Stell dir deinen Rumpf als das Fundament eines Hauses vor: Wenn das Fundament wackelt, leiden die Wände und das Dach. Der Core umfasst nicht nur die Bauchmuskeln, sondern den gesamten Bereich zwischen Zwerchfell und Beckenboden.
2. Synchronisation von Rhythmus und Reflexen
In den höheren Gangarten (besonders im Galopp) wird das Zeitfenster zum Handeln kleiner.
Intuition statt Nachdenken: Das schnelle Nachladen und Schießen zwingt das Gehirn, vom „analytischen Modus“ in den „Flow-Zustand“ zu wechseln.
Timing: Man lernt, den Pfeil genau im Moment der Schwebephase des Pferdes zu lösen, wenn der Körper am ruhigsten ist.
3. Mentale Stärke und Fokus
Auf der Rennbahn prasseln viele Reize auf den Schützen ein: Wind, Hufschlag, Geschwindigkeit.
Tunnelblick: Man trainiert die Fähigkeit, alles Unwichtige auszublenden und sich nur auf das Ziel und den nächsten Pfeil zu konzentrieren.
Stressresistenz: Das Nachladen unter Zeitdruck schult die Feinmotorik unter Adrenalin – eine Fähigkeit, die auch im Alltag die Gelassenheit fördert.
4. Die tiefere Verbindung zum Pferd
Das Pferd ist in diesem Szenario kein bloßes „Sportgerät“, sondern ein Partner.
Vertrauensbeweis: Dass ein Fluchtier ruhig galoppiert, während direkt an seinem Ohr die Sehne surrt, setzt tiefes Vertrauen voraus.
Aufgabenteilung: Das Pferd übernimmt die Verantwortung für den Weg (die Bahn), der Reiter für das Ziel. Diese klare Rollenverteilung stärkt die Bindung enorm.
5. Der historische Kontext und die sportliche Ästhetik
Es ist die Rückkehr zu einer jahrtausendealten Tradition (Skythen, Mongolen, Samurai).
Eleganz der Bewegung: Wenn das schnelle Nachladen (Blind Loading) flüssig in den Schuss übergeht, entsteht eine ästhetische Choreografie, die im Stand niemals erreicht werden kann.
Freizeit auf dem Ponyhof
Wir sind von morgens bis abends mit den Pferden beschäftigt. Die Frühaufsteher helfen beim Füttern, nach dem Frühstück verrichten wir gemeinsam die Stallarbeit. Anschließend ist vormittags und nachmittags Unterricht. Abends feuern wir die Pferde an, wenn sie auf die Weide galoppieren. Da die Reitschüler in verschiedenen Gruppen reiten, haben sie viel Zeit zum Toben und Spielen oder Kuscheln mit unseren Hasen und Ziegen.